Der Ablauf

Phase 1: Worum geht es? Will ich überhaupt eine Therapie starten?

Fünf sogenannte probatorische Sitzungen dienen der ersten Problembeschreibung, der Diagnostik und der groben Zielklärung. Und natürlich ermöglichen sie ein Kennenlernen der Therapiesituation und des speziellen Stils der Therapeutin.

Nach diesen 5 Sitzungen wird  gemeinsam entschieden, ob man eine Psychotherapie startet.

Wenn Ihre Krankenversicherung die Kosten weiterhin übernehmen soll, braucht es in der Regel ein ausführliches Gutachten der Therapeutin samt Diagnosestellung. Dieses anonymisierte Gutachten liest und bewertet ein Sachverständiger, der von Ihrer Versicherung beauftragt wird. Er entscheidet über Therapiebedarf und -länge.

Eine Kurzzeittherapie dauert 25 Sitzungen, eine Langzeittherapie 45 Sitzungen. Bei Bedarf können Verlängerungen beantragt werden.

Phase 2: Warum habe ich das Problem?

Wir finden ein Erklärungsmodell, wie es zu der Erkrankung oder Störung gekommen ist. Dazu untersuchen wir Vorbedingungen aus Ihrer Biographie, aber auch unmittelbare Auslöser vor dem Ausbruch der Störung. Manchmal bedingt die Störung selbst ungünstige Denk- und Verhaltensweisen, die die Erkrankung verlängern. All dies gilt es zu erforschen.

Daneben ist es besonders wichtig, nun detaillierte Therapieziele zu formulieren. Diese können Sie im Verlauf der Therapie immer wieder ergänzen, verändern oder weiter konkretisieren.

Phase 3: Was kann ich tun? Was hilft?

Sie nutzen die Erkenntnisse aus Phase 2, um hilfreichere Einstellungen und Verhaltensweisen für ihre aktuellen Schwierigkeiten zu finden und diese schrittweise in die Tat umzusetzen.

Die Therapeutin hilft Ihnen dabei, auf bereits vorhandene Fähigkeiten zurückzugreifen und Ihre Lösungsstrategien zu vervollständigen. Auch hilft sie Ihnen, die Motivation aufrechtzuerhalten, gerade dann, wenn Sie die neuen Verhaltensweisen noch auf dünnem Eis testen.

Phase 4: Wie kann ich mich langfristig stabilisieren?

Wenn Sie eine zufriedenstellende Veränderung erreicht haben, ist es sinnvoll, die Therapie noch eine Zeit lang weiterzuführen, um die Erfolge auch langfristig zu stabilisieren. Bei Bedarf kann man in Absprache mit der Therapeutin die Intervalle zwischen den Sitzungen verlängern.

Phase 5: Wann kann ich meine Therapie beenden?

Nun geht es darum, allmählich alleine „weiterzulaufen“.

Über den richtigen Zeitpunkt bestimmen Therapeutin und Patient/in gemeinsam. Meistens ist er gekommen, wenn Folgendes erreicht ist:

  • Sie haben ein runderes Bild von sich selbst und können Ihre speziellen Charakteristika besser benennen.
  • Sie haben gelernt, sich selbst ehrlich zu betrachten und rascher auf schwierige Situationen angemessen zu reagieren.
  • Sie haben Handwerkszeug, um schwierige Situationen zu bewältigen und entscheidende Probleme zu lösen.
  • Sie können ihren eigenen Fähigkeiten wieder besser vertrauen und sind allgemein selbstbewusster.
  • Sie haben das Gefühl, in Ihrem Alltagsleben sicherer mit sich und anderen umzugehen.
  • Sie fühlen sich allgemein stabiler, freier, gefestigter und zuversichtlicher.